Julius Bissier

Geburtsdatum/-ort

1893, Freiburg im Breisgau

Todestag/-ort

18. Juni 1965, Ascona, Schweiz

Julius Bissier - 4.6.61 A.
Julius Bissier - 4.6.61 A.

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Julius Bissier Biografie

Julius Bissier rang sein Leben lang um den richtigen künstlerischen Ausdruck. Das Oeuvre des deutschen Malers ist durchzogen von vermeintlichen Stilbrüchen und unterschiedlichen Phasen, die aber allesamt verbunden sind durch ein Streben nach schöpferischer Durchdringung der Materie.

Julius Bissier – Ein Suchender zwischen Musik, Malerei und Mystik

Julius Bissier wurde am 3. Dezember 1893 in Freiburg im Breisgau geboren. Schon während seiner Schulzeit begann er zu malen. Die Eltern förderten das künstlerische Interesse ihres einzigen Kindes und sorgten auch für Geigenunterricht. 1907 starb der unter Depressionen leidende Vater. Nach dem Abitur 1913 entschied sich Julius Bissier für die Malerei, studierte kurzzeitig Kunstgeschichte an der Universität Freiburg und begann 1914 ein Studium an der Karlsruher Kunstakademie, das er allerdings nach wenigen Monaten vorzeitig beendete. Mit dem Ausbruch des 1. Weltkriegs wurde auch Julius Bissier zum Wehrdienst eingezogen; dabei machte er die Bekanntschaft des Malers Hans Adolf Bühler und des Philosophen Martin Heidegger. Den Weg zur Kunst beschritt Bissier vor allem als Autodidakt weiter, wobei er sich zunächst von Bühlers pantheistischem Kunst- und Weltbild leiten ließ. 1915 begann seine intensive Beschäftigung mit den altdeutschen Malern, namentlich Albrecht Altdorfer, Hans Holbein, Matthias Grünewald, Hans Baldung-Grien, Hans Multscher und Konrad Witz, außerdem rezipierte er die deutschen Mystiker Heinrich Seuse, Meister Eckhart, Johannes Tauler und Jakob Böhme. Mit seiner Kunst strebte Bissier eine »gegenwärtige Form der Mystik« an.

Verlust des Frühwerks und innere Emigration

Julius Bissier fand 1919 in dem Sinologen Ernst Grosse einen väterlichen Freund und Förderer, der ihn mit der Kunst- und Geisteswelt Asiens vertraut machte. 1920 beschickte Bissier im Freiburger Kunstverein seine erste Einzelausstellung, zwei Jahre später heiratete er die Handweberin Lisbeth Bissier geb. Hofschneider; den Unterhalt für seine junge Familie verdiente er als künstlerischer Leiter einer Steingutfabrik und als Kopist für eine Möbelfirma. In den 1920er Jahren kam es zu einer verstärkten Ausstellungstätigkeit und damit einhergehend zu einer wachsenden nationalen Bekanntheit und Anerkennung. In den 1930er Jahren entstanden erste ungegenständliche Tuschezeichnungen. 1934 verlor Bissier bei einem Brand seiner Atelierräume nahezu sein gesamtes Frühwerk. Nachdem im selben Jahr auch sein Sohn Uli unerwartet früh verstorben war, zog er sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Er malte fast nur noch in der Nacht und beschränkte sich auf kleinformatige Tuschebilder. In Oskar Schlemmer fand er in dieser schweren Zeit einen engen Freund und Geistesverwandten. Weil die Nationalsozialisten sein Werk als »Entartete Kunst« diffamierten, war die Familie auf die Einkünfte der Weberei von Lisbeth Bissier angewiesen und Julius Bissier beschränkte sich hauptsächlich auf die Buchhaltung, steuerte aber bisweilen auch eigene Entwürfe bei. 1942 regte die Bekanntschaft mit dem Töpfer Richard Bampi den Künstler zur Beschäftigung mit der Keramik an.

Wiederentdeckung nach dem Krieg und Rückkehr zur Farbe

Julius Bissier beschränkte sich jahrelang auf Schwarz und Weiß; erst ab 1947 gelang es ihm zögerlich und unter großen Mühen, die Farbe wieder in sein künstlerisches Werk zu integrieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg erinnerte sich zunächst niemand mehr an Bissier, bis ihm 1958 die Freundschaft mit dem Kunsthistoriker Werner Schmalenbach wieder neue Aufmerksamkeit, Ausstellungsteilnahmen und wachsende internationale Anerkennung bescherte. Es folgten Teilnahmen an der Documenta in Kassel, an den Biennalen in Venedig und São Paolo und neue Künstlerfreundschaften mit Hans Arp, Ben Nicholson, Erhart Kästner und Mark Tobey. In den 1960er Jahren gab es für das Werk von Julius Bissier Preise und Auszeichnungen, darunter 1964 das Bundesverdienstkreuz.

Julius Bissier starb am 18. Juni 1965 in Ascona.

© Kunsthaus Lempertz

Julius Bissier Preise

KünstlerKunstwerkPreis
Julius Bissier4.6.61 A.€20.130
Julius BissierKomposition. 15 oct. 58 Ascona€18.600
Julius Bissier5. Sept. 57€17.080
Julius BissierHeiliger Hieronymus€15.000
Julius BissierMasken€14.880
Julius Bissier12. März 60 k€14.280

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