Jörg Immendorff

Geburtsdatum/-ort

14. Juni 1945, Bleckede

Todestag/-ort

28. Mai 2007, Düsseldorf

Jörg Immendorff - Wir könnten... wir werden...
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Jörg Immendorff Biografie

Jörg Immendorff verstand die Kunst als Korrektiv für gesellschaftliche und politische Missstände. Der deutsche Maler, Bildhauer und Aktionskünstler wurde mit seinem ungebrochenen Protest und Aufbegehren zu einem der bekanntesten deutschen Künstler der Gegenwart.

Jörg Immendorff - Studium bei Teo Otto und Joseph Beuys, Aktionsprojekt LIDL

Jörg Immendorff wurde am 14. Juni 1945 in Bleckede geboren. Seine Kindheit wurde überschattet von der Trennung seiner Eltern, bei der er gerade elf Jahre alt war und die ihn stark prägte. In den 1960er Jahren studierte er an der Düsseldorfer Kunstakademie zunächst Bühnenbild bei Teo Otto und ab 1964 Kunst bei Joseph Beuys. Als Agitationskünstler begründete Immendorff mit seiner ersten Ehefrau Chris Reinicke das neodadaistische Projekt LIDL, das mehrere Aktionen umfasste. Unter anderem band er sich einen schwarz-rot-goldenen Klotz ans Bein und lief damit vor dem Bundestag auf und ab, bis die Polizei einschritt. Seine fortgesetzten und bewussten Provokationen führten schließlich dazu, dass er die Akademie vorzeitig verlassen musste. Jörg Immendorff trat in die KPD ein und engagierte sich für deren politische Ziele, zum Beispiel durch die Gestaltung von Flugblättern. Seinen Lebensunterhalt bestritt der Künstler in diesen Jahren als Hauptschullehrer.

Ein künstlerischer Grenzgänger zwischen Ost und West

Jörg Immendorff schwamm auch innerhalb der Kunstszene früh gegen den Strom und entschied sich entgegen der vorherrschenden Tendenzen für die gegenständliche Malerei, mit der er seine Kritik an Politik und Gesellschaft thematisierte. Um seine Botschaften zu vermitteln, entwickelte er eine neue Bildsprache, bei der Wort und Bild gleichberechtigt nebeneinanderstanden. Sein ausgeprägtes Sendungsbewusstsein manifestierte sich in politischen Gemäldezyklen wie dem Rechenschaftsbericht und dem von Renato Guttuso und seinem Caffè greco inspirierten Café Deutschland, die maßgeblich dazu beitrugen, dass Jörg Immendorff zu einem der bekanntesten und einflussreichsten deutschen Nachkriegskünstler wurde. Nach seiner Teilnahme an der Documenta 5 in Kassel wandte er sich einer neuen Historienmalerei in Deutschland zu, mit der er auch gegen das undemokratische System der DDR protestierte. Mit dem aus der DDR stammenden Künstler A. R. Penck verband Jörg Immendorff eine fruchtbare Künstlerfreundschaft, die sich immer wieder der deutsch-deutschen Frage annahm. Für Immendorff blieb der Grenzgang zwischen Ost und West ein bestimmendes Merkmal seiner künstlerischen Identität.

Die tödliche Krankheit brachte ein neues Kunstverständnis

Jörg Immendorff porträtierte den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder für die Kanzlergalerie im Bundeskanzleramt und verstand es auch sonst, durch geschickte Mediennutzung sein Image in der Öffentlichkeit zu pflegen. Große Bedeutung hatte für ihn auch seine Lehrtätigkeit an verschiedenen Hochschulen, weil er aus der »Verzahnung mit jungen Kräften« selbst neue Kraft schöpfte. Die Diagnose ALS beschwerte ab 1998 die künstlerische Arbeit Immendorffs, der bei der Verwirklichung seiner Projekte zunehmend auf die Hilfe von Assistenten angewiesen war. Malstil und Sujet veränderten sich stark unter dem Eindruck der Krankheit. Der Künstler wandte sich nach innen, schuf eine eigene Ikonografie mit neuen Leitmotiven, die er Vorbildern wie Hans Baldung Grien und Francis Picabia entlehnte. Er engagierte sich für den Kampf gegen ALS und stiftete einige seiner Werke für gemeinnützige Zwecke. Auf seiner Malerleiter stand zuletzt das Wort »Sieg«, das ihn immer wieder neu ermutigen sollte, die künstlerische Arbeit trotz aller gesundheitlicher Beschwerden aufzunehmen.

Jörg Immendorff starb am 28. Mai 2007 in Düsseldorf. Nach seinem Tod erhoben sein Testamentsvollstrecker Michael Werner und seine Witwe Oda Jaune Fälschungsvorwürfe gegen ein Auktionshaus, doch nach umfassenden Ermittlungen verweigerte die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft aufgrund fehlender Beweise eine Anklageerhebung. Experten sahen darin einen Streit zwischen Galeristen, der das künstlerische Werk Jörg Immendorffs nicht berührte.

© Kunsthaus Lempertz

Jörg Immendorff Preise

KünstlerKunstwerkPreis
Jörg ImmendorffWir könnten... wir werden...€84.000
MappenwerkKinderstern€75.600
Jörg ImmendorffOhne Titel (Malerstamm - Tilman)€72.000
Jörg ImmendorffCafé de Flore - Beuys und ich€60.690
Jörg ImmendorffFrühling der Theorie (Immendorffs Lieblingsgedichte)€59.500
Jörg ImmendorffÖlige Freunde€55.200

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