Polke, Sigmar

Geburtsdatum/-ort

1941 Oels/Niederschlesien

Todestag/-ort

2010 Köln

Sigmar Polke

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Sigmar Polke - Ohne Titel - verkauft für 648.000 Euro

Sigmar Polkes Werke werden in unseren Auktionen zeitgenössischer Kunst verkauft und gehören oftmals zu den Highlights. Die folgenden Werke sind die Spitzenlots der vergangenen Jahre.

Sigmar Polke - Werke

  • Sigmar Polke - Ohne Titel
  • Sigmar Polke - Ohne Titel
  • Sigmar Polke - Ohne Titel
  • Sigmar Polke - Ohne Titel
Sigmar Polke hatte nichts übrig für Geniekult und Meisterpathos, verspottete die Kunstwelt, die ihm zu Füßen lag. Diese feierte den Künstler, der jeden Anflug von Ordnung auf seinen Bildern genüsslich zerstörte, dennoch frenetisch, überhäufte ihn mit Preisen und Superlativen.

Studium in Düsseldorf, Gründung des »Kapitalistischen Realismus«

Sigmar Polke wurde am 13. Februar 1941 im niederschlesischen Oels geboren. Er war der jüngste von drei Söhnen, seine älteren Brüder waren der evangelische Theologe Johannes Polke und der Bildhauer Wilfrid Polke. Nach Kriegsende floh die Familie Polke zunächst nach Thüringen und schließlich 1953 aus der DDR in die Bundesrepublik. In Düsseldorf-Kaiserswerth ließ sich Sigmar Polke zum Glasmaler ausbilden, ab 1961 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Otto Götz und Gerhard Hoehme. Gemeinsam mit seinen Kollegen Konrad Lueg, Manfred Kuttner und Gerhard Richter begründete Sigmar Polke einen neuen Kunststil, den die beteiligten Künstler den »Kapitalistischen Realismus« nannten. Dahinter stand die Ablehnung des etablierten Kunstbetriebs, die für Sigmar Polkes gesamte Karriere charakteristisch sein sollte. Für die jungen Maler ging es aber zunächst ganz pragmatisch darum, alternative Wege zur Präsentation ihrer Werke zu schaffen, da ihnen aufgrund ihrer Haltung die traditionellen Ausstellungsoptionen verwehrt blieben.

Künstlerkommune, Lehrtätigkeit und Experimentierfreude

Ab 1972 bildete Sigmar Polke sechs Jahre lang mit einer wechselnden Besetzung von Gästen und befreundeten Künstlern eine Ateliergemeinschaft im Willicher Gaspelshof. 1978 zog er nach Köln. Zwischenzeitlich lehrte er auch mehrere Jahre als Professor an der Hamburger Hochschule für bildende Künste und förderte den Pop-Art-Maler Memphis Schultze in dessen Anfangszeit. Gelangweilt von den überkommenen Methoden begann Sigmar Polke mit seinen berüchtigten Experimenten, bei denen er eine beispiellose Kreativität entfaltete. Es gab kaum einen Stoff, der Polke nicht zur künstlerischen Verwendung geeignet schien. Schneckensaft, Uran, Meteoritenstaub, sogar das hochgiftige Kobalnitrat. Die Kunstwelt war entzückt, feierte ihn als »Magier« und »Alchemisten« – und zog damit nur einmal mehr den verächtlichen Spott des Künstlers auf sich, der sich mit den Gepflogenheiten der Szene nie anfreunden wollte.

Spott und Verachtung für den etablierten Kunstbetrieb

Aller Verachtung vonseiten des Künstlers zum Trotz liebte die Kunstwelt Sigmar Polke schon früh, lud ihn zu Messen und Ausstellungen und überhäufte ihn mit Lob. Schon 1972 nahm er an der Documenta 5 in Kassel teil, war in der Abteilung Individuelle Mythologien vertreten. Zwei weitere Documenta-Teilnahmen folgten 1977 und 1982. Auch auf der prominent besetzten Gruppenausstellung Zeitgeist zeigte Polke seine Werke. 2006 erhielt er im Rahmen eines Künstlerwettbewerbs seinen größten öffentlichen Auftrag, die Neugestaltung der Glasfenster des Grossmünsters in Zürich. Ungeachtet dieser Erfolge begegnete der Künstler den Ovationen seiner Anhänger meist mit beißender Ironie. Viele seiner Bilder benannte er erst gar nicht oder gab ihnen provozierende Titel mit spottreichen Anspielungen. Einem schwerreichen Sammler, der sein Atelier besuchte, soll er gar auf den teuren Mantel uriniert haben. Auch der Umstand, dass Sammler für Werke von Sigmar Polke Preise in stolzer Höhe bezahlten, stimmte den Künstler nicht milde: Gelegentlich vernichtete er seine Bilder demonstrativ vor den Augen eines interessierten Käufers. Der Kunstkritiker Adrian Searle, mit dem er sich eigentlich zum Interview verabredet hatte, wurde einfach versetzt und fand sich vor verschlossener Tür eines abgedunkelten Ateliers. Seinem Ruhm taten diese Eskapaden allerdings keinen Abbruch – im Gegenteil: Je deutlicher Polke seine Ablehnung artikulierte, desto mehr wurde er gefeiert. Sigmar Polke starb am 10. Juni 2010 in Köln an den Folgen einer Krebserkrankung.

© Kunsthaus Lempertz

Sigmar Polke Preise

KünstlerKunstwerkPreis
Sigmar PolkeOhne Titel€648.000
Sigmar PolkeOhne Titel€217.800
Sigmar PolkeOhne Titel€198.400
Sigmar PolkeOhne Titel€181.500
Sigmar PolkeOhne Titel€158.600
Sigmar PolkeOhne Titel€142.800

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