Mataré, Ewald

Ewald Mataré

Ewald Mataré

Ewald Mataré fertigte ganz meisterhaft stilisierte Tierfiguren und sakrale Plastiken an; als Künstler ging es ihm dabei nicht um die Abbildung der Wirklichkeit, sondern um die künstlerische Durchdringung des spirituellen Naturerlebens. Mit diesem Ansatz wurde der deutsche Bildhauer, Maler und Grafiker zu einer überragenden Künstlerpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts.

Ewald Mataré - Unterricht bei Krauß und Klinckenberg, Schüler von Corinth und Kampf

Ewald Mataré wurde am 25. Februar 1887 in Burtscheid geboren. Er war der jüngste von drei Söhnen des katholischen Ehepaars Franz Wilhelm und Elisabeth Mataré. Weil der Vater als Direktor der Soda- und Schwefelsäurefabrik Chemische Fabrik Rhenania über ein gutes Auskommen verfügte, wuchs der junge Ewald in großbürgerlichen Verhältnissen ohne finanzielle Sorgen auf. Mit zehn Jahren erhielt er von seiner Mutter zu Weihnachten eine Werkbank, was ihm einen wichtigen Anstoß zur praktischen Arbeit gab. Bereits während seiner Schulzeit erhielt Ewald Mataré Privatstunden bei dem Bildhauer Karl Krauß und dem Maler Eugène Klinckenberg; später besuchte er die Akademie der bildenden Künste in Berlin, wo Julius Ehrentraut sein Lehrer war. 1914 begann er ein kurzes Intermezzo im Atelier von Lovis Corinth, dessen Stil ihm aber nicht behagte, weshalb er nur sechs Monate blieb. Im Oktober 1915 war Ewald Mataré Meisterschüler bei dem Historienmaler Arthur Kampf – da hatte er sich aber innerlich längst von allen Lehrern losgesagt. Folgerichtig schloss er sich 1918 in Berlin der revolutionären Künstlerbewegung Novembergruppe an, die einen radikalen Expressionismus vertrat.

Wichtige Einflüsse durch Adolf von Hildebrand, Giotto und Cimabue

Ewald Mataré erhielt im Jahr 1919 erste Aufträge, die in der Hauptsache Denkmäler für die Gefallenen des eben zu Ende gegangenen Ersten Weltkriegs betrafen. Obwohl das eigentliche Interesse des Künstlers der Natur, in Sonderheit den Tieren, galt, griff er diese Möglichkeit des Verdienstes dankbar auf. In den 1920er-Jahren unternahm er mehrere Reisen an Nord- und Ostsee und beschäftigte sich umfassend mit dem wegweisenden Werk des Bildhauers Adolf von Hildebrand. Zwischenzeitlich hatte der Künstler mit starken Depressionen und Selbstmordgedanken zu kämpfen, die er durch die Anfertigung freier Plastiken zu überwinden suchte. Nach der Hochzeit mit der 31-jährigen Sängerin Hanna Hasenbäumer ermöglichten ihm die Zuwendungen privater Auftraggeber und Förderer weitere Studienreisen nach Italien, wo er sich mit Giotto und Cimabue beschäftigte. Insbesondere Giotto wirkte sich nachhaltig auf die späteren sakralen Arbeiten Matarés aus. Seinem Versuch, sich mit einem Essay über die Grafik als Erzählung als Kunsttheoretiker Gehör zu verschaffen, war allerdings kein Erfolg vergönnt. Trotzdem konnte er 1932 eine Professur an der Düsseldorfer Kunstakademie antreten.

Im Nationalsozialismus unterdrückt, nach dem Krieg gefeiert

Ewald Mataré musste unter den Nationalsozialisten erhebliche Einschränkungen hinnehmen; seine Kunst galt den braunen Machthabern als »entartet«, öffentliche Aufträge blieben aus und seine Stellung an der Düsseldorfer Akademie musste er aufgeben. Nur durch Arbeiten für die katholische Kirche und private Auftraggeber konnte Ewald Mataré diese wirtschaftlich harte Zeit überstehen. Die Angst vor einer Zerstörung seiner Kunstwerke durch die Nationalsozialisten bewog ihn dazu, den Großteil seines Werkes in Kisten verpackt in einem Luftschutzbunker unter seinem Atelier zu deponieren. Unmittelbar nach dem Krieg kehrte Ewald Mataré an die Düsseldorfer Akademie zurück und erhielt in der Folgezeit zahlreiche bauplastische Aufträge aus dem In- und Ausland. 1947 entwarf er mit den vier bronzenen Flügeltüren des Kölner Doms eines seiner bekanntesten Werke.

Ewald Mataré starb am 29. März 1965 in Büderich an den Folgen einer Lungenembolie. Sein Einfluss auf die Nachwelt war ganz beachtlich, zu seinen Schülern zählten Joseph Beuys, Erwin Heerich, Georg Meistermann, Günter Haese und Elmar Hillebrand.

Ewald Mataré Preise

Künstler Kunstwerk Preis
Ewald Mataré Stehende Kuh "Windkuh" €66.640
Ewald Mataré Kleine liegende Kuh €61.880
Ewald Mataré Kleine liegende Kuh €57.600
Ewald Mataré Weiblicher Torso €57.120
Ewald Mataré Grasende Kuh II €57.120

Aktuelle Angebote und Referenzobjekte